Die Eiche: Donars Baum, Eichel-Amulett & Pflanzenmagie

Aktualisiert am 14. März 2026

König des Waldes: Donars Baum und alte Pflanzenmagie

Der Name Eiche stammt vom althochdeutschen Begriff „eih“ bzw. eiche ab. Dieser geht auf urgermanische Wurzeln zurück, vermutlich „aiks“, was allgemein die Eiche bezeichnete. Die Eiche hatte in der Pflanzenmagie immer einen hohen Stellenwert.

Sei es bei Segenssprüchen oder um Krankheiten zu heilen. Aber auch in der Sympathie- und Magiekunde spielte sie eine große Rolle, weil ihre innewohnende Kraft verlorene Gesundheit zurückbringen soll.

In früheren Zeiten hielt man aber auch Gericht unter den Eichen oder legte das Gelübde ab. Eine Epoche voller Widersprüche. Die Eiche schützte vor Hexen und bösen Geistern. Sie würden sich unter Eichen aufhalten oder daher es spukte unter Eichen.

Zum Beispiel gab es sehr viele Bräuche von der Krankheitsübertragung auf Eichen bei Gicht, Kopfschmerzen und allerlei anderen Krankheiten.

Alte Segenssprüche:

  • Eichbaum ich klage dir, die Gicht, die plaget mir; ich wünsche, dass sie mir vergeht und in dir besteht.
  • Eichbaum, ich hör dich rauschen, Geschoss und Nachtgeschirr tut mir tauschen, behalts bis zum jüngsten Tag, bis ichs wieder haben mag.

Krankheitsübertragung und Schutz: Eichen im Brauchtum

  • Krankheitszauber: Bei Zahnschmerzen, Brüchen, Gliederschwund oder einem Kropf steckte man Finger- oder Zehennägel oder auch Haare von dem Kranken in ein Loch der Eiche und verschloss dieses fest. Kleidungsstücke von kranken Menschen wurden an eine Eiche gebunden. Dadurch wurde die Krankheit auf die Eiche übertragen; so die alte Überlieferung.
  • Für Kinder: Wenn Kinder ihren ersten Zahn verloren, wurde er unter einer Eiche vergraben, weil dann der Durchbruch der neuen Zähne erleichtert wird.
  • Für Frauen: Eine Schwangerschaft wurde einer Frau erleichtert, indem Eichenlaub in einem kleinen Stoffbeutel bei sich getragen wird.
  • Regenwasser: Regenwasser aus einem Eichenstumpf half gegen Sommersprossen und Warzen.
  • Zwieselbäume: In der Umgebung von Würzburg war eine Eiche mit einer durchgehenden Öffnung im Stamm. Dort zog man kleine Kinder hindurch, um sie von Krankheiten zu heilen. Diese speziellen Bäume nannte man Zwieselbäume. Der Zwieselbaum: Krankheiten abstreifen & Waldmagie

Schutz und Glück:

  • Glücksbringer: Blätter und die Rinde der Eiche wurden in Kleider- oder Handtaschen getragen, um Glück und innere Stärke zu erhalten. Aber auch Eicheln bei sich getragen, sollen Glück und Reichtum anziehen.
  • Liebeszauber: Wer dreimal um eine Eiche herumlief, bekam bald einen Lebenspartner(in). Die Eiche soll so viel Magie in sich verbergen, dass sie auch zu jeglichem Liebeszauber verwendet wurde.
  • Wetterschutz: Eichenlaub, in ein Männerhemd gesteckt und zugebunden, wurde an einer Eiche aufgehängt. Dadurch wurden der Regen und der Wind vertrieben.
  • Haussegen: Ein Kranz aus Eichenzweigen oder Eichenholzstücke an der Haustür versperrte negativen Zaubereien den Weg ins Haus. Ein Eichenblock im Haus schützte das ganze Jahr über, vor böser Zauberei.

Heilige Eiche: Die Zaubermagie ging gar so weit, dass die Menschen in früherer Zeit nichts von einer heiligen Eiche aufsammeln durften, um es auf ihrem Herdfeuer zu verbrennen. So eine heilige Eiche stand in Heller bei Osnabrück.

Blitzholz: Eichenholz, das von einem Blitz getroffen war, hatte die größte Zauberkraft. Es schützte vor Krankheiten, wie auch vor angezaubertem Schaden. Am besten war es, dieses Eichenholz in kleinen Stücken, in einem Beutel bei sich getragen.

Donars Baum

Im 8. Jahrhundert fällte Apostel Bonifatius eine alte Eiche, um den Germanen zu beweisen, das ihre Gottheit nichts wert sei. Daher wurde die Eiche der Baum des Teufels. Für das Fällen einer Eiche gab es bei den Kelten die Todesstrafe. Für unsere Urahnen war das „Durchgehen“ durch eine natürliche Öffnung im Stamm, gleichzusetzen wie eine Wiedergeburt oder ein Neuanfang.

  • Die Slawen weihten die Eiche ihren Gott Perun, die Germanen ihren Gott Donar und die Kelten ihren Gott Tanaris.
  • Die Germanen und die Kelten hielten ihre Versammlungen immer unter einer Eiche ab.
  • Die Germanen hängten die Schädel von geopferten Pferde in die Äste der Eiche.
  • Bei den Kelten war es der heilige Baum überhaupt, weil auf ihr die heiligen Misteln wachsen.

„Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen, (kannst du Linden nicht grad finden)“. Diesen Spruch kennt jeder. Eichen lieben es, sich auf Wasseradern zu setzen, was damit erklärt werden kann, das der Blitz dadurch häufiger in Eichen einschlägt.

An dieser alten Überlieferung ist tatsächlich enorm viel Wahres dran. Es ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie tief und präzise das Wissen unserer Vorfahren war, lange bevor man Dinge physikalisch messen konnte. Unsere Vorfahren haben die Natur einfach meisterhaft beobachtet.

Dass die Eiche als „Blitzbaum“ und daher dem Donnergott Donar geweiht war, lässt sich durch ihre besondere Biologie und ihre tiefe Verbindung zum Wasser erklären.

Der Blitzbaum & die tiefen Wasser: Das Geheimnis der Eiche

Warum der Himmel die Eiche so oft berührt, hat ganz handfeste, naturmagische Gründe:

  • Die tiefe Pfahlwurzel (Der Weg zur Quelle): Eichen treiben ihre mächtige Hauptwurzel schnurgerade und extrem tief in die dunkle Erde, oft hinunter bis ans Grundwasser. Genau diese tiefe, nasse Verbindung, das, was im alten Brauchtum oft als Wasseradern bezeichnet wird, wirkt bei einem Gewitter wie ein gigantischer, natürlicher Blitzableiter in die Erde.

  • Die raue Rinde: Anders als beispielsweise die Buche, die eine sehr glatte Rinde hat, besitzt die Eiche eine stark zerfurchte, raue Borke. Bei starkem Regen läuft das Wasser an der glatten Buche wie ein geschlossener Film außen ab und der Blitz gleitet oft nur am Baum hinab. Bei der Eiche hingegen dringt die Nässe in die Risse ein. Der wasserreiche, feuchte Kern des Baumes zieht den elektrischen Strom des Blitzes förmlich an und leitet ihn durch den Stamm hinunter zu den Wasserquellen.

  • Die mächtige Krone: Eichen stehen oft als imposante Einzelbäume auf weiten Flächen und ragen hoch in den Himmel hinauf. Sie bieten dem Blitz einfach den kürzesten Weg zur Erde.

Der alte Spruch „Vor den Eichen sollst du weichen, Buchen musst du suchen“ beruht also nicht auf leeren Worten, sondern auf Alten Wissen über diese elementare Verbindung zwischen Baum, Wasser und Sturm. Die Eiche ist wahrhaftig die Brücke zwischen dem wilden Himmel und den tiefsten Wassern der Erde.

Rauch der Stärke: Festgefahrenes lösen

Bereits die Urgermanen und auch die Kelten verwendeten Eichenrinde als Zusatz in ihren Räucherwerken. Wenn Eicheln im Kamin verbrannt wurden, schützten sie vor Blitzschlag, so im Glauben unserer Vorfahren. Die Eiche war schon immer ein Schutzbaum, was uns auch seine Pflanzenseele in einer Räucherung vermitteln will. Im alten Glauben ein heiliger Baum.

Die Eiche in der modernen Räucherkunde:

  • Klarheit: Mit der Eiche zu räuchern steht an, wenn wir uns in einer Angelegenheit „festgefahren“ haben. Dann hilft uns seine Pflanzenseele, wieder realistische Gedankengänge aufzunehmen.
  • Schutz: Gerade gegen negative Einflüsse von außen ist die Eiche bestens geeignet. Ihre Pflanzenseele ist so mächtig, dass sie uns bei einer Räucherzeremonie unsere magischen mentalen Kräfte enthüllt.

Anwendung: Von der Eiche können wir die getrocknete Rinde, die Eicheln und auch die getrockneten Blätter für eine Räucherung verwenden. Eichenrinde kann zusammen mit Baumharzen als Raumreinigung verräuchert werden. Die Atmosphäre klärt sich durch diese starke Räucherung in den Räumen auf und positive Energie fließt in sie hinein.

Mischungen: Die Eiche sollte immer mit anderen Harzen oder Kräutern zusammen verräuchert werden, weil sie einen sehr intensiven Duft hat. Wunderbar lassen sich auch Farne und Moos mit der Eiche zu einem Räucherwerk mischen.

Ein Eichelamulett
Mein Schutzamulett aus einer Eichel | ©CG

Das Eichel-Amulett: Für den Schutz

Ein Amulett aus Eicheln bringt den liebenden Menschen zurück, der vielleicht durch einen Streit „verloren“ gegangen ist.

Anleitung zum Selbermachen: Ich möchte euch zeigen, wie man Eicheln mit Kräutern befüllt und so ein magisches Schutzamulett erhält. Ich selber trage auch so ein Amulett, das mir jeglichen Schadzauber im wahrsten Sinne des Wortes vom Hals hält.

Tipp: Ich sammle diese Eicheln von der Sumpfeiche oder der Roteiche, weil die Früchte sehr hart sind und kaum schrumpelig werden und die Eichel lässt sich besser bearbeiten und befüllen als unsere heimische Eiche.

  1. Vorbereitung: Ihr nehmt nun eine Eichel und entfernt das Hütchen. Falls es zu schwer geht, nehmt ihr das Küchenmesser als Hilfe. Nun schneidet ihr mit dem Messer das obere Teil der Eichel ab und höhlt die Eichel mit eurem Messer aus.
  2. Löcher: Mit den Fingern entfernt ihr noch die verbliebenen Reste und Fasern aus der Eichel und mit der Nagelschere bohrt ihr zwei kleine Löcher hinein, um später das Lederband durchzuziehen.
  3. Das Ritual: Jetzt könnt ihr eure Kräuter beschwören. Dazu nehmt ihr eine Schale und befüllt sie mit den Kräutern und zündet eine Kerze an. Wenn ihr innerlich zur Ruhe gekommen seid, versucht ihr euer Anliegen in euren Geist zu prägen.
  4. Befüllen: Pustet die Kerze aus und füllt eure Kräuter in die Eichel. Das Hütchen wird am Rand mit Klebstoff beschmiert und wieder auf die Eichel gesetzt. Das Amulett sollte gut trocknen (am besten drei Tage).
  5. Weihe: Am vierten Tag beräuchert ihr euer Eichelamulett mit denselben Kräutern, mit denen ihr es befüllt habt. Nun könnt ihr euer Lederband hindurchziehen.

Kräuter-Füllungen für dein Amulett:

Erfolg: Dill, Beinwell, Melisse, Zimt

Frieden & Harmonie: Kamille, Lavendel, Rose

Verhexungen & Verfluchungen: Beifuß, Weinraute, Kiefernnadeln

Fröhlichkeit: Orangenschalen, Borretsch, Hasel

Gesundheit & Heilung: Nachtkerze, Eiche, Johanniskraut

Glück: Heidelbeerblätter, Weidenrinde, Lärchennadeln, Odermennig

Lust & Erotik: Rose, Alraune, Brennnesselsamen

Macht: Thymian, Bernstein

Mut: Wermut, Jasmin, Anis

Schutz: Holunderholz, Wegwarte, Baldrianwurzel, Rainfarn

Weisheit: Salbei, Fichtenharz

Eichelamulett selbermachen

Altes Wissen: Eichensaft zapfen

Zum Schluss möchte ich euch eine Vorgehensweise aufschreiben, welche die Menschen in früheren Zeiten verwendet haben, um ihr Leben zu verlängern oder wieder gesund zu werden.

Im Herbst, meistens zur Tagundnachtgleiche, wurde die Erde an einer Eichenwurzel weggegraben. Dann werden mehrere Löcher in diese Wurzel gebohrt. Nun steckt man kleine Röhrchen in diese Löcher und stellt Gläser oder auch Krüge darunter. Das Loch wird nun wieder zugegraben und bis zum Frühjahr gewartet. Nun sollten alle Gefäße mit frischem Eichensaft gefüllt sein. Diesen muss man destillieren und danach kann jeden Morgen ein kleines Gläschen davon getrunken werden.

Wenn dir mein Artikel gefallen hat und du meinen Blog Celticgarden unterstützen möchtest, würde ich mich um einen “Energieausgleich” sehr freuen. Ich bedanke mich im voraus!

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Veröffentlicht von Katja

Wächterfigur aus Stroh vor lodernden Flammen unter violettem Abendhimmel – Ein Sinnbild für Pflanzengeister und Naturmagie.
„Hier schreibt Katja – eine Suchende zwischen den Welten. In stillen Nächten berge ich fast vergessenes Ahnenwissen aus alten Schriften und verbinde es mit der lebendigen Naturmagie meines Gartens. Hier im Celticgarden teile ich die Essenz dieser alten Pfade und das Flüstern der Pflanzenseelen mit dir.“