Die Eiche: Donars Baum, Eichel-Amulett & Pflanzenmagie

 

König des Waldes: Donars Baum und alte Pflanzenmagie

Die Eiche hatte in der Pflanzenmagie immer einen hohen Stellenwert. Sei es bei Segenssprüchen oder um Krankheiten zu heilen. Aber auch in der Sympathie- und Magiekunde spielte sie eine große Rolle, weil ihre innewohnende Kraft verlorene Gesundheit zurückbringen soll.

Zum Beispiel gibt es sehr viele Bräuche von der Krankheitsübertragung auf Eichen bei Gicht, Kopfschmerzen und allerlei anderen Krankheiten.

Alte Segenssprüche:

Eichbaum ich klage dir, die Gicht, die plaget mir; ich wünsche, dass sie mir vergeht und in dir besteht.

Eichbaum, ich hör dich rauschen, Geschoss und Nachtgeschirr tut mir tauschen, behalts bis zum jüngsten Tag, bis ichs wieder haben mag.

Krankheitsübertragung und Schutz: Eichen im Brauchtum

  • Krankheitszauber: Bei Zahnschmerzen, Brüchen, Gliederschwund oder einem Kropf steckte man Finger- oder Zehennägel oder auch Haare von dem Kranken in ein Loch der Eiche und verschloss dieses fest. Kleidungsstücke von kranken Menschen wurden an eine Eiche gebunden. Dadurch wurde die Krankheit auf die Eiche übertragen; so die alte Überlieferung.
  • Für Kinder: Wenn Kinder ihren ersten Zahn verlieren, wurde er unter einer Eiche vergraben, weil dann der Durchbruch der neuen Zähne erleichtert wird.
  • Für Frauen: Eine Schwangerschaft wird einer Frau erleichtert, indem Eichenlaub in einem kleinen Stoffbeutel bei sich getragen wird.
  • Regenwasser: Regenwasser aus einem Eichenstumpf hilft gegen Sommersprossen und Warzen.

Schutz und Glück:

  • Glücksbringer: Blätter und die Rinde der Eiche wurden in Kleider- oder Handtaschen getragen, um Glück und innere Stärke zu erhalten.
  • Liebeszauber: Wer dreimal um eine Eiche herumlief, bekam bald einen Lebenspartner(in). Die Eiche soll so viel Magie in sich verbergen, dass sie auch zu jeglichem Liebeszauber verwendet wurde.
  • Wetterschutz: Eichenlaub, in ein Männerhemd gesteckt und zugebunden, wurde an einer Eiche aufgehängt. Dadurch wurden der Regen und der Wind vertrieben.
  • Haussegen: Ein Kranz aus Eichenzweigen an der Haustür versperrte negativen Energien den Weg ins Haus. Ein Eichenblock im Haus schützte das ganze Jahr über, vor böser Zauberei.

Heilige Eiche: Die Zaubermagie ging gar so weit, dass die Menschen in früherer Zeit nichts von einer heiligen Eiche aufsammeln durften, um es auf ihrem Herdfeuer zu verbrennen. So eine heilige Eiche stand in Heller bei Osnabrück.

Blitzholz: Eichenholz, das von einem Blitz getroffen war, hatte die größte Zauberkraft. Es schützte vor Krankheiten, wie auch vor angezaubertem Schaden. Am besten war es, dieses Eichenholz in kleinen Stücken, in einem Beutel bei sich getragen.

Rauch der Stärke: Festgefahrenes lösen

Bereits die Urgermanen und auch die Kelten verwendeten Eichenrinde als Zusatz in ihren Räucherwerken. Die Eiche war schon immer ein Schutzbaum, was uns auch seine Pflanzenseele in einer Räucherung vermitteln will. Im alten Glauben ein heiliger Baum. Die alten Druiden trafen sich an Plätzen, wo eine Eiche stand.

Wirkung auf den Geist:

  • Klarheit: Mit der Eiche zu räuchern steht an, wenn wir uns mal in einer Angelegenheit „festgefahren“ haben. Dann hilft uns seine Pflanzenseele, wieder realistische Gedankengänge aufzunehmen.
  • Schutz: Gerade gegen negative Einflüsse von außen ist die Eiche bestens geeignet. Ihre Pflanzenseele ist so mächtig, dass sie uns bei einer Räucherzeremonie unsere magischen mentalen Kräfte enthüllt.

Anwendung: Von der Eiche können wir die getrocknete Rinde, die Eicheln und auch die getrockneten Blätter für eine Räucherung verwenden. Eichenrinde kann zusammen mit Baumharzen als Raumreinigung verräuchert werden. Die Atmosphäre klärt sich durch diese starke Räucherung in den Räumen auf und positive Energie fließt in sie hinein.

Mischungen: Die Eiche sollte immer mit anderen Harzen oder Kräutern zusammen verräuchert werden, weil sie einen sehr intensiven Duft hat. Wunderbar lassen sich auch Farne und Moos mit der Eiche zu einem Räucherwerk mischen.

Ein Eichelamulett
Mein Schutzamulett aus einer Eichel | ©CG

Das Eichel-Amulett: Für den Schutz

Ein Amulett aus Eicheln bringt den liebenden Menschen zurück, der vielleicht durch einen Streit „verloren“ gegangen ist.

Anleitung zum Selbermachen: Ich möchte euch zeigen, wie man Eicheln mit Kräutern befüllt und so ein magisches Schutzamulett erhält. Ich selber trage auch so ein Amulett, das mir jeglichen Schadzauber im wahrsten Sinne des Wortes vom Hals hält.

Tipp: Ich sammle diese Eicheln von der Sumpfeiche oder der Roteiche, weil die Früchte sehr hart sind und kaum schrumpelig werden und die Eichel lässt sich besser bearbeiten und befüllen als unsere heimische Eiche.

  1. Vorbereitung: Ihr nehmt nun eine Eichel und entfernt das Hütchen. Falls es zu schwer geht, nehmt ihr das Küchenmesser als Hilfe. Nun schneidet ihr mit dem Messer das obere Teil der Eichel ab und höhlt die Eichel mit eurem Messer aus.
  2. Löcher: Mit den Fingern entfernt ihr noch die verbliebenen Reste und Fasern aus der Eichel und mit der Nagelschere bohrt ihr zwei kleine Löcher hinein, um später das Lederband durchzuziehen.
  3. Das Ritual: Jetzt könnt ihr eure Kräuter beschwören. Dazu nehmt ihr eine Schale und befüllt sie mit den Kräutern und zündet eine Kerze an. Wenn ihr innerlich zur Ruhe gekommen seid, versucht ihr euer Anliegen in euren Geist zu prägen.
  4. Befüllen: Pustet die Kerze aus und füllt eure Kräuter in die Eichel. Das Hütchen wird am Rand mit Klebstoff beschmiert und wieder auf die Eichel gesetzt. Das Amulett sollte gut trocknen (am besten drei Tage).
  5. Weihe: Am vierten Tag beräuchert ihr euer Eichelamulett mit denselben Kräutern, mit denen ihr es befüllt habt. Nun könnt ihr euer Lederband hindurchziehen.

Kräuter-Füllungen für dein Amulett:

Erfolg: Dill, Beinwell, Melisse, Zimt

Frieden & Harmonie: Kamille, Lavendel, Rose

Verhexungen & Verfluchungen: Beifuß, Weinraute, Kiefernnadeln

Fröhlichkeit: Orangenschalen, Borretsch, Hasel

Gesundheit & Heilung: Nachtkerze, Eiche, Johanniskraut

Glück: Heidelbeerblätter, Weidenrinde, Lärchennadeln, Odermennig

Lust & Erotik: Rose, Alraune, Brennnesselsamen

Macht: Thymian, Bernstein

Mut: Wermut, Jasmin, Anis

Schutz: Holunderholz, Wegwarte, Baldrianwurzel, Rainfarn

Weisheit: Salbei, Fichtenharz

Altes Wissen: Eichensaft zapfen

Zum Schluss möchte ich euch eine Vorgehensweise aufschreiben, welche die Menschen in früheren Zeiten verwendet haben, um ihr Leben zu verlängern oder wieder gesund zu werden.

Im Herbst, meistens zur Tagundnachtgleiche, wurde die Erde an einer Eichenwurzel weggegraben. Dann werden mehrere Löcher in diese Wurzel gebohrt. Nun steckt man kleine Röhrchen in diese Löcher und stellt Gläser oder auch Krüge darunter. Das Loch wird nun wieder zugegraben und bis zum Frühjahr gewartet. Nun sollten alle Gefäße mit frischem Eichensaft gefüllt sein. Diesen muss man destillieren und danach kann jeden Morgen ein kleines Gläschen davon getrunken werden.