Odermennig – Agrimonia eupatoria

Der Odermennig war mal ein sehr wichtiges Wundkraut. Im Mittelalter gehörte er zu den grossen Heilpflanzen. Heute ist er in Vergessenheit geraten. Odermennig ist immer noch Bestandteil von einem französischen Kräuterwasser, das man bei verschiedenen Beschwerden verwendet. Der Odermennig ist mit dem Wiesenknopf und dem Mädesüss verwandt. Diese Pflanze ist auch als Sängerkraut bekannt und lindert Stimmbandreizungen und soll die Stimme weicher und geschmeidiger machen.

Andere Namen: 

Heil aller Welt, Leberklette, Steinwurzel, Ottermännchen, Petermännchen, Schlangenkraut, Magenkraut, Lebenskraut

Volksheilkunde:

Ruhr, Nahrungsmittelallergie, Durchfall, Gallensteinen, Blinddarmreizungen, Inkontinenz, Rheuma, Halsschmerzen, Bindehautentzündungen, Hämorrhoiden, Verletzungen, chronischen Hautbeschwerden, Nieren-und Blasenentzündungen, Inkontinenz, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Diabetes, Milzleiden, Gallenblasenentzündung, Magenübersäuerung, Leberbeschwerden, Angina, Wunden, Verstauchungen, Gliederschmerzen, Müdigkeit, Stimmbandbeschwerden, Appetitlosigkeit

Eigenschaften :

zusammenziehend, stärkend, blutstillend, entzündungshemmend, wundheilend, antiviral, antibakteriell, antioxidativ, leberstärkend, abschwellend

Inhaltsstoffe:

Bitterstoffe, Gerbstoffe, Kieselsäure, ätherische Öle

Verwendung:

Es wird das blühende Kraut und vereinzeln die Blätter verwendet.

Darreichungsform:

Tee, Gurgelwasser, Badezusatz, Umschläge, Salbe, Tinktur, Heilwein

Vorkommen:

Wegränder, Knicks, Hecken, Wiesen

Blütezeit:

Juni-August

Sammelzeit:

Juni – August (blühende Kraut)

Mai – Juli (Blätter)

Verwechslung mit anderen Pflanzen:

Verwechslungen kommen oft mit der schwarzen Königskerze vor. In Deutschland gibt es noch den grossen Odermennig, der aber volksheilkundlich keine so grosse Bedeutung hat.

Naturschutz:

Nicht geschützt

odermennig
(Blüten des Odermennigs)

Anbau:

Der Odermennig ist eine winterharte Kulturpflanze. Die Vermehrung erfolgt durch Samen im Frühjahr. Diese Pflanze kann eine Höhe von gut 1 Meter erreichen, wobei er aber meistens nur an die 60 cm hoch wird. Er liebt trockene und lehmige Böden.

Ernte und Trocknung:

Für die Ernte wird der Odermennig in der Blüte geschnitten. Ähren die schon eine Samenschale entwickelt haben, sollte man meiden. Man legt das gesammelte Kraut in Lagen aus oder hängt es gebündelt kopfüber an einen schattigen Ort. Laut Volksglauben sollte der Odermennig an einem Donnerstag bei abnehmenden Mond gesammelt werden.

Geschmack und Geruch:

bitter & aromatisch

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung:

Die Wurzeln des Odermennig wurden als Färbemittel (gelb) genommen. Die Blätter schmecken gut in Quark, Salaten und als Pesto. In Kräutertabak wurde er in früheren Zeiten sehr oft genommen.

Tee – Zubereitung:

  • 1 TL getrocknetes Odermennigkraut
  • 1 Tasse Wasser (ca. 250 ml)

Das kochende Wasser über das Kraut  giessen und ca. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abfiltern und nach Bedarf mit etwas Honig süssen. Täglich können bis zu 3 Tassen, bei leichtem Durchfall, Husten oder Appetitlosigkeit, davon getrunken werden. Auch bringt dieser Tee Linderung bei Stimmbandreizungen, als Gurgelwasser. Dazu muss er abkühlen. Dieser Tee kann auch als Umschlag bei entzündeten Hautpartien oder Juckreiz verwendet werden.

Odermennig-Tinktur:

Zerkleinerte Blütentriebe werden mit soviel Alkohol (40%) übergossen bis alles bedeckt ist. Alles gut verschliessen, durchschütteln und für 10 – 14 Tage an einen nicht zu hellen Ort durchziehen lassen. Dabei täglich schütteln und auf mögliche Schimmelbildung achten. Abfiltern und in kleine Fläschen umfüllen. Von dieser Tinktur können bis zu 3 Teelöffel täglich in Wasser oder Kräutertee vermischt, eingenommen werden.

Heilwein:

100 g getrocknete Blätter kocht man mit 500 ml Rotwein auf und lässt es erkalten. Dieser Heilwein wird für Waschungen, bei offenen Krampfadern, kleinen Verletzungen und Geschwüren verwendet.

Räucheranwendung & Volksglauben:

Eine Odermennig-Räucherung wird entfacht, um sich vor schwarzer Magie zu schützen. Durch seine Wirkung löst sich der Schadzauber, der über uns schwebt, in Luft auf und wird an die Person, die den Schadzauber über uns gebracht hat, rückwirkend wieder zurückgeschickt.

Im Volksglauben zieht der Odermennig das Glück herbei. Auch gegen negativen Energien wurde er viel am Körper getragen.

Nebenwirkungen:

Die enthaltenen Gerbstoffe können die Magenschleimhaut massiv reizen. Deshalb sollten nie mehr als 3 Tassen täglich getrunken werden. Wer Medikamente einnimmt, sollte auf den Odermennig verzichten oder zumindest nicht gleich vor oder nach der Medikamenteneinnahme einnehmen, weil diese Heilpflanze manche Wirkstoffaufnahme verhindert. Bitte beachtet, dass diese Vorstellung den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

odermennig
(Odermennig)

Wenn euch meine Texte und Arbeit ein paar Talerchen wert sind, würde ich mich über einen „Energieausgleich“ sehr freuen.
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