Beinwell – Symphytum officinale

beinwell

Der Beinwell ist ein Verwandter des Borretsch. Er wird in der Volksheilkunde als eine der stärksten und wirksamsten Heilpflanze betitelt. In der Antike war der Beinwell eine der wichtigsten Heilpflanzen der Militärärzte. Paracelsus erzielte mit dem Beinwell sehr gute Erfolge bei Wunden und Knochenbrüchen. Leider steht er in Verdacht leberschädigend und krebserzeugend zu sein, durch seine reichlich vorhandenen Pyrrolizidinalkaloiden. Aber auch hier macht es die Dosis, wenn er in geringen Mengen und nicht auf lange Dauer eingenommen wird. Ich habe mit vielen Menschen gesprochen, die in einnehmen, aber ich selber geniesse ihn mit Vorsicht. Äusserlich verwendet ist diese Gefahr nicht so gross, solange er nicht auf offene Wunden aufgetragen wird. Der Beinwell war jahrhundertelang das Allheilmittel bei offenen Wunden, Knochenbrüchen und Verletzungen der Sehnen und Bänder. Diese Pflanze besitzt einen Wirkstoff der Allantoin genannt wird. Dieser Stoff wirkt zellerneuernd, schmerzstillend, entzündungshemmend und abschwellend

Andere Namen:

Soldatenwurz, Heilwurz, Beinwurz, Beinheil, Hasenlaub, Wundallheil, Bienenkraut

Volksheilkunde :

Knochenbrüche, Gelenk – und Muskelverletzungen, Schuppenflechte, Wunden, Rachenraumentzündungen, Darmentzündungen, Gedächtnis – und Lernschwäche, Verstauchungen, Quetschungen, Durchblutungsstörungen, Rheuma, Gicht, Prellungen, Blutergüssen, Sehnenscheidenentzündung, Abzesse, Brandwunden, Arthrose, Drüsenschwellungen, Krampfadern, Asthma, Lungenentzündung, Bronchitis

Eigenschaften :

wundheilend, kühlend, beruhigend, entzündungshemmend, bruchheilend, schmerzstillend, zusammenziehend, abschwellend, zusammenwachsend, blutstillend, blutbildend, gewebebildend, zellerneuernd

Inhaltsstoffe :

Schleimstoffe, Allantoin, Gerbstoffe, Chlorophyll, Cholin, Pyrrolizidinalkaloide, Inulin, Rosmarinsäure, Kieselsäure, Vitamin B12

Verwendung:

Blätter, Wurzeln

Darreichungsform :

Salbe, Tee, Saft, Gurgelwasser, Umschläge, Tinktur, Badezusatz

Vorkommen :

Wegränder, Gärten, Bachufern, Gräben

Blütezeit :

Mai – Juli, teilweise bis in den August

Sammelzeit : 

Mai – Juli (Blätter)

Oktober – April (Wurzel)

Verwechslung mit anderen Pflanzen :

In jungen Jahren kann der Beinwell, mit dem Fingerhut oder der Königskerze verwechselt werden.

Naturschutz :

Nicht geschützt

 

 

Anbau :

Die beste Pflanzzeit, des Beinwell, ist zwischen April und Juni. Er liebt leichten Schatten, aber auch die Sonne. Er neigt zum Wuchern und wächst sehr schnell. Es gibt ca. 40 verschiedene Arten auf der ganzen Welt. Meistens findet der gemeine Beinwell und der Futterbeinwell seinen Platz bei uns im Garten. Beinwell kann eine Wuchshöhe von bis zu 150 cm erreichen. Je nachdem wo er wächst. Auch wenn er zum Wuchern neigt, es lohnt sich auf alle Fälle diese Pflanze in den Garten zu holen. Durch seine Grösse und der Grösse der Blätter ist er ein Hingucker. Der echte Beinwell blüht hat lila Blüten, aber auch andere Farben gibt es zu kaufen. Seine Stiele und blätter sind sehr borstig und tun an den Händen weh, wenn man ihn abernten möchte. Am besten Handschuhe tragen.

Ernte & Trocknung :

Beinwellblätter werden während der Blüte gesammelt und in Bündeln kopfüber aufgehangen. Die meisten heilenden Wirkstoffe findet man in den schleimigen Beinwellwurzeln. Sie werden nach der Ernte im Frühling oder Herbst gereinigt, kleingeschnitten und bei sehr niedriger Temperatur im Ofen getrocknet oder auf einer Schnur aufgefädelt und zum Trocknen aufgehangen.

Geschmack & Geruch :

süsslich & geruchlos

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung:

Die Blätter des Beinwell können sehr gut in Salaten oder Säften verwendet werden. Auch ein Spinatersatz wird aus den Blättern gekocht. Beinwellblätter können auch zu Kräutersalz verarbeitet werden. Sie haben einen grossen Proteinanteil, den man mit dem tierischen Eiweiss vergleichen kann. Ausgebackene Beinwellblätter werden heutzutage noch in der Schweiz gegessen. Gefüllte Beinwellblätter sind auch sehr lecker. Die Beinwellblüten werden von vielen Insekten aufgesucht und in früheren Zeiten, verfütterte man ihn an Schweinen. Er diente als Futterpflanze. Getrocknete Beinwellblätter gaben in früheren Zeiten einen guten Tabakersatz. Der Futterbeinwell eignet sich als gutes Mulchmaterial oder als natürliche Pflanzenjauche.

Tee – Zubereitung:

  • 2 TL getrocknete Beinwellblüten
  • 1 Tasse Wasser

Das kochende Wasser über die Blüten giessen und ca. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abfiltern. Eventuell mit wenig Honig süssen. Dieser Tee kann bei Blasenentzündung morgens und abends je eine Tasse getrunken werden.

Beinwell-Tinktur:

Eine Beinwell – Tinktur wird meistens zusammen mit Umschlägen oder auch Kompressen verwendet. Sie lindert Beschwerden bei Knochenverletzungen, Knochenbrüchen, Sportverletzungen, Verstauchungen, Bandscheibenbeschwerden, Knochenhautentzündung, Tennisarm, Arthrose, Nervenschmerzen, Gelenkschmerzen, Ischiasbeschwerden, Wunden und Brandwunden. Diese Tinktur könnt ihr von Oktober bis April zubereiten, indem ihr die Wurzeln des Beinwells ausgrabt, wäscht oder bürstet und in kleine Stücke oder Scheiben schneidet. Diese Wurzelstücke füllt ihr in ein verschliessbares Glas und übergiesst sie mit 40 – 50% Alkohol. Alles gut verschliessen und durchschütteln. Dieser Ansatz wird für ca. 3-4 Wochen an einen warmen, aber nicht sonnigen Ort zum Durchziehen stehengelassen. Es wird täglich geschüttelt und au mögliche Schimmelbildung hin kontrolliert. Die Beinwell – Tinktur muss braun und dickflüssig werden. Danach abfiltern und die Wurzeln auspressen und die braune Flüssigkeit in kleine dunkle Fläschen umfüllen. Diese Tinktur ist bis zu 2 Jahre haltbar.

Beinwell – Öl:

Dieses Öl wird gerne für die Salbenherstellung mit Beinwell verwendet, kann aber auch pur als Einreibung oder Massageöl bei den oben beschriebenen Beschwerden genommen werden. Ihr braucht dazu frische Beinwellwurzeln. Sie weden gesäubert und kleingeschnitten und in ein weisses Glasgefäss gelegt. Dann übergiesst ihr sie mit ca. 200 ml Öl. Welches Öl ihr nehmt, liegt ihn eurer Vorliebe. Es sollte aber schon ein hochwertiges Öl sein. Alles gut verschliessen und durchschütteln. Die Ziehzeit beträgt 7 Tage und dabei täglich schütteln und auf Schimmelbildung achten. Gerade selbsthergestellte Öle neigen zu einer Schimmelbildung. Danach filtert ihr alles durch und füllt dieses Beinwellöl in sterilisierte Flaschen um.

Beinwell-Salbe:

Wie oben schon geschrieben benötigt man für die berühmte Beinwellsalbe das Öl. Ihr nehmt ca. 100 ml Beinwellöl und erhitzt es mit ca. 6 g Bienenwachs. Wenn alles schön flüssig geworden ist, muss es gut verrührt und in kleinen Salbendöschen umgefüllt werden. Wenn die Konsistenz einer Salbe noch nicht erreicht ist, fügt ihr dem noch einmal Bienenwachs hinzu. Diese Beinwellsalbe kann für einen Umschlag oder auch dünn aufgetragen verwendet werden.

Räucheranwendung & Volksglauben:

Eine Beinwell-Räucherung wird sehr gerne in Krankenzimmer verräuchert, weil er einen sehr starken Pflanzengeist besitzt, der die Krankheiten zum Erliegen bringt.

Getrocknete Beinwellwurzeln, als Amulett getragen, schützen vor angezauberten Krankheiten.

Nebenwirkungen:

Beinwell kann in hohen Dosierungen krebsauslösend und leberschädigend sein, aber dazu müsstet ihr ihn in sehr grossen Mengen einnehmen. Er sollte auch nicht in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit verwendet werden. Bitte beachtet, dass diese Vorstellung den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!


Wenn euch meine Texte und Arbeit ein paar Talerchen wert sind, würde ich mich über einen „Energieausgleich“ sehr freuen.
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